2016 Sy O Ausflug 008
Ein offener und herzlicher Umgang prägte den Besuch der ökumenischen Frauengruppe Pfeddersheim in der syrisch – orthodoxen Gemeinde Worms. Rund 500 Mitglieder zählt diese älteste Gemeinde Deutschlands. Ihr Einzugsgebiet reicht von Koblenz bis Südhessen. Kam die Mehrheit, der sich auf die ersten Christen in Antiochien beziehenden Gläubigen, in den 60er Jahren als Gastarbeiter, sind es heute Menschen, die aus religiösen Gründen ihre Heimatländer verlassen. Das Gemeindezentrum, geweiht im Jahr 2005, bietet eine Anlaufstelle für die Neuankömmlinge. Neben der Küche und einem Gemeindesaal gibt es Raum für Frauen – und Jugendarbeit, Religionsunterricht und vielem mehr.
Der erste Schritt in den Innenraum der Kirche, ließ eine der Pfeddersheimer Besucherinnen spontan ausrufen: „Das ist ja, wie wenn man das Wohnzimmer des lieben Gottes betritt!“ Die zur Seite gezogenen Samtvorhänge gaben den Blick auf den Hochaltar frei. Er gilt als Symbol des Himmelreiches. Den Altarraum betreten dürfen nur geweihte männliche Messdiener.  
Auf gepolsterten Kirchenbänken sitzend, hörten die Besucherinnen und Angehörige der Gemeinde den Vorstandsmitgliedern Fuat Demir und Metin Faal gespannt zu. Neben Informationen zur Geschichte der syrisch – orthodoxen Christen im Allgemeinen und der eigenen Gemeinde, gab es interessante Details zu Glaubensinhalten und Liturgie.
Viel Gemeinsames hat diese alte Christengemeinschaft speziell zu den katholischen Christen: traditionell verankertes Mönch – und Nonnentum, Marienverehrung und das Herausheben von Sakramenten, wie der Beichte. Die Kindstaufe besiegelt die Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft. Kommunion, Firmung bzw. Konfirmation sind in der Taufe inbegriffen. Sie werden von den Paten für das Taufkind angenommen.
Der Ablauf der syrisch – orthodoxen Gottesdienste ist verschieden zu denen der beiden anderen Konfessionen. Orgelklänge und Kirchenlieder, wie wir sie kennen, finden sich nicht. Im Wechsel mit Messdienern und dem Chor aus Frauen und Mädchen, vollzieht der Pfarrer seine Liturgie singend in aramäischer Sprache. Weihrauch symbolisiert den Geist Gottes. Er wird von einem Zelebranten im Kirchenraum verteilt.  
Am Ende der Begegnung lud eine üppige Kaffeetafel alle zum geselligen Miteinander ein. Es war ein ganz besonderer Nachmittag – im Zeichen der Ökumene, kurz vor Beginn der „Interkulturellen Woche“. Dankbar für die warme Gastfreundschaft, nahmen die Pfeddersheimerinnen Abschied.
Ingrid Mollnar
11.9.2016